Kolmewiber Schwärzenbach e.V.
Die "Kolmewiber Schwärzenbach e.V." ist eine Fasnetszunft aus Schwärzenbach
Laut kolmewiber.de:
Der Ortsteil Ahorn kann auf eine alte Sage aus dem Mittelalter verweisen. Damals wurde der Kreuzbauer der Hexerei angeklagt und nach kurzem Prozess auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Vom Scheiterhaufen rief er: "Zum Zeichen dafür, dass ich unschuldig sterbe, soll bei meinem Hof ein großer Ahornbaum wachsen." Und so geschah es. Über Jahrhunderte weg stand der übermächtige Ahornbaum und gab dem heutigen Gasthaus "Ahorn" und dem Ortsteil seinen Namen.
Eine andere Sage wurde zum Hintergrund für die Fasnetfigur des im Jahre 1979 gegründeten Narrenvereins. Es ist die Geschichte vom "Kolmewible", die sich die Schwärzenbacher an den langen Winterabenden auf der "Kuscht" erzählten. Der Kolmen ist ein bewaldeter Höhenrücken in Richtung Schollach. Dort, wo der Wald immer dunkler zu werden scheint, soll das "Kolmewible" nächtliche Wanderer in die Irre geführt haben und nicht mehr von ihrer Seite gewichen sein. Sehen konnten das Kolmewible aber nur Leute, die in den "Fronfasten" (Quatember Tage) geboren waren.
Zu jenen gehörte vermutlich auch der Obervogt aus Neustadt, heute vergleichbar mit einem Landrat. Er ritt mit seinem Pferd an einem nebligen Herbstmorgen quer über den Kolmen auf das Schollacher Tal zu. Sein lederner Handschuh war ihm hinderlich, als er die Schnupftabakdose aus seiner Manteltasche ziehen wollte. So zog er ihn aus und legte ihn auf die Mähne seines stolzen Pferdes. Diesem schien das jedoch nicht zu gefallen. Es schüttelte seinen Kopf und der Handschuh fiel auf den Waldboden. Mit einem herzhaften Fluch wollte der Obervogt gerade von seinem Ross steigen, um seinen Handschuh aufzuheben. Da sah er nur wenige Meter entfernt ein untersetztes Weiblein stehen. Der Würde seines hohen Amtes bewusst, rief er dem Weiblein in teils freundlichem, teils befehlendem Ton zu: "He, gute Frau, seid so gut und hebt mir mein Handschuh auf, ihr sollt es nicht umsonst tun." Die Frau blieb jedoch auf ihren krummen Wanderstock gestützt unbeweglich stehen. Ihre großen Augen blickten den Obervogt verächtlich an, als wolle sie dem hohen Herren deutlich machen, dass er keine Macht über sie habe.
Gereizt rief der Obervogt dem Weib zu: "Du scheinst dieses Sechskreuzerstück nicht nötig zu haben?" Dabei ließ er die Münze in der aufkommenden Sonne blinken. Im selben Augenblick wurde die vor ihm stehende Gestalt riesengroß und ging an dem vor Angst wiehernden Pferd vorbei. Sie verschwand ebenso schnell im Wald wie sie gekommen war. Das Pferd aber hatte sich aufgebäumt und den Obervogt abgeworfen.
Trotz heftigem Zureden ließ es ihn nicht mehr aufsitzen. So musste der hohe Herr, nachdem er seinen Handschuh aufgehoben hatte, missmutig zu Fuß in Richtung Schollach weiter gehen. Nach einiger Zeit wunderte er sich, dass er das Ende des Waldes nicht finden konnte. Er müsste doch längst das Schollacher Tal erreicht haben. Entsetzt stellte der Obervogt fest, dass er sich wieder an dem Platz befand, wo ihm das seltsame Weiblein begegnet war. Schnellen Schrittes ging er zurück nach Schwärzenbach. Dort erzählte er von seinem Erlebnis. Den Schwärzenbachern war natürlich klar, dass die Gestalt nur das Kolmewible sein konnte. So wie der Obervogt, sollen in früherer Zeit viele Leute genarrt worden sein.
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Adresse
Kolmewiber Schwärzenbach e.V.
Rudenberg 4
79822 Neustadt im Schwarzwald